Japan ist das Land der Höflichkeit, der subtilen Gesten und… der tausend unsichtbaren Regeln. Keine Sorge, niemand erwartet von dir, dass du als Tourist wie ein Samurai auftrittst. Aber wer die wichtigsten Stolperfallen kennt, erntet statt betretenem Schweigen ein ehrliches Lächeln.
Das Stäbchen-Drama
Der wohl größte Fauxpas passiert beim Essen. Deine Stäbchen sind keine Trommelstöcke und schon gar keine Zeigestäbe. Das absolute No-Go: Stäbchen senkrecht in den Reis stecken. Warum? Das macht man in Japan nur bei Beerdigungen als Opfergabe für die Verstorbenen. Auch das Weiterreichen von Essen von Stäbchen zu Stäbchen ist tabu (erinnert ebenfalls an Bestattungsrituale). Nutze lieber einen gemeinsamen Teller.
Ruhe ist Gold
In der Tokioter U-Bahn könnte man eine Stecknadel fallen hören – trotz tausender Pendler. Telefonieren im Zug gilt als extrem unhöflich. Stell dein Handy auf „Manner Mode“ (lautlos) und unterhalte dich nur im Flüsterton. Auch Naseputzen in der Öffentlichkeit wird ungern gesehen; hochziehen ist seltsamerweise akzeptierter. Wenn es gar nicht anders geht: Ab auf die Toilette oder in eine ruhige Ecke.
Trinkgeld? Nein danke!
Das ist die beste Nachricht für deinen Geldbeutel: In Japan gibt man kein Trinkgeld. Ein „O-sewa ni narimashita“ (Danke für die Bewirtung) reicht völlig aus. Wer Geld auf dem Tisch liegen lässt, wird oft vom Kellner bis auf die Straße verfolgt, weil dieser denkt, du hättest dein Wechselgeld vergessen.
Die Sache mit den Schuhen
Achte auf den Boden. Sobald der Eingangsbereich (Genkan) leicht erhöht ist oder dort Hausschuhe bereitstehen, müssen deine Straßenschuhe aus. Das gilt nicht nur für Tempel und Privatwohnungen, sondern oft auch für traditionelle Restaurants (Izakayas) oder Umkleidekabinen im Kaufhaus. Pro-Tipp: Achte auf löcherfreie Socken!